Sonntag, 23. Februar 2014

Ronny riese vom Dusterwald-Teil 6



Der Hüter der Bäume

Sie schlugen sich tiefer in den Wald. Durch dichtes Geäst und Gestrüpp ,während über ihnen die schrillen Schreie der unheimlichen Nachtmahre, weiter über dem Wald kreisten, und offenbar wütend waren, das sie nicht mehr sehen zu können.
„Hier!“, rief Baugin und zeigte auf eine Vertiefung mitten im Wald, die von Büschen umgeben war. „Hier können wir übernachten!“
Die Senke war mit Moos und Farn bewachsen. An einer Seite stand eine  Alte Eiche, deren mächtiger Stamm an dieser Seite ebenfalls mit Moos bewachsen war. Sie ließen sich nieder. „Vielleicht ist es besser, wenn wir Wachen aufstellen“, meinte Lichtfang. „Nicht nötig“, entgegnete Grauwyn „Rotpelz, ich und die unseren werden um das Lager streifen. Wir sind des Nachts aktiv und brauchen nicht viel Schlaf. „Nun gut, dann sollten wir anderen sehen ,das wir zur Ruhe kommen. Viel Schlaf werden wohl auch wir, glaube ich, nicht bekommen.“, sagte Baugin.
Es sollte eine unruhige Nacht werden, zumindest für Ronny. Zwar wachten Wölfe und Füchse über sie und das Lager, doch konnte er immer wieder sekundenlang orange-gelbe Augenpaare in der Dunkelheit sehen, die ihn betrachteten und schrille Schreie von Oben. Zwischen den Ästen waren auch hier und dort große ,gelbe Augen, gleich Scheinwerfern zu sehen zu sehen. Und dann flatterte etwas über ihn hinweg und flüsterte Leise.
Schließlich fiel er doch in einen unruhigen Schlaf, und er hatte einen Traum:
Er war auf einem Berg. Vor ihm stand eine turmhohe, graue  Gestalt ,die von dunklem Nebel umhüllt wurde und selber wabernd wirkte. Ihre Hände wirkten wie Klauen. Das Kopfähnliche Gebilde zwischen seinen Schultern hatte geschwungene Hörner, und darunter zwei Höhlen, in denen die schwärzesten Augen lagen, die Ronny je gesehen hatte. Sie waren schlitzförmig und von metallischem Glanz. In ihnen aber lag nichts anderes als Hass und Kälte. Man hätte meinen können, hier stand das leibhaftige Böse .
So etwas wie eine Nase besaß das Wesen nicht, doch unterhalb der Augen, da wo sich sonst ein Mund befinden würde, ein schorfiger Spalt, der sich nun öffnete und  in dem es orangerot glühte.
Es schien etwas zu rufen, doch Ronny hörte nichts .Nun hob das Wesen seinen rechten Arm und zeigte mit dem knöchernen, Krallen bewährten Zeigefinger auf ihn. Nebel stob daraus hervor ,der ihn einzuhüllen begann. Gleichzeitig strömte eine Flammenzunge aus dem Mundspalt der Kreatur., die ihn ebenfalls umschloss. Er erwartete ,das es brannte, doch er fühlte keine Hitze. Statt empfand er eisige Kälte, die ihn umgab, einhüllte und durchdrang, und ihm Schmerzen verursachte. Schreckliche Schmerzen ,Schmerzen, die ihm Tränen in die Augen trieben und ihn fast ohnmächtig werden ließen. Er spürte seine Glieder nicht mehr, und das Atmen fiel ihm immer schwerer. Angst ergriff ihn. Eine entsetzliche Todesangst, wie er sie noch nie empfunden hatte . Es war ,als würde eine eisige Faust sein Herz umklammern und langsam immer fester zudrücken
Sein Mund öffnete sich zu einem stummen Schrei, der plötzlich laut wurde.
Schlagartig öffnete er die Augen und es war hell um ihn. Er saß plötzlich aufgerichtet vor der alten Eiche .Um ihn herum lagen die Gefährten und schliefen noch. Thore ,der neben ihm lag, war aufgewacht und sah auf. Gleichzeitig brach Grauwyn durch die Büsche. „Alles in Ordnung, Ro…,wer ist das?“
Ronny blickte zu seiner Linken, wohin der Wolf gesehen hatte , und erschrak .Da saß ein kleines ,runzliges Männchen mit einem grünlichem Rauschebart. Sein Gesicht wirkte , wie von Runzeln und Falten zusammengesetzt. In seiner Mitte saß eine Nase, die wirkte, wie eine verwitterte Kartoffel, darüber zwei kleine, graue Äuglein, die listig in die Gegend blickten. Es trug ein Moos grünes Gewand und ebenso gefärbte Stiefel und…ja Hut?, Mütze ?,eine undefinierbare Kopfbedeckung, an der der Zahn der Zeit, wie an seinem Besitzer stark genagt hatte.
„Nicht erschrecke“, sagte das Männchen mit glucksender Stimme , „dein Freund bin ich, Hutzelmann genannt.“ „ Ah, Morgen Hutzelmann“, rief der mittlerer weile aufgewachte Baugin. „Du kennst ihn ?“,fragte Grauwyn „Sicher“, meinte der Zwerg „alle Zwerge und Kobolde kennen Hutzelmann ,den Hüter der Bäume“. Das Männchen erhob und verbeugte sich. Es war kaum größer als Ronny. „Der Hüter der Bäume bin ich, zu den Waldgeistern gehöre ich. Von weit komme ich gerade her , und nun treffe ich euch. Gehört habe ich von diesem Jungen, dem auserkorenen und seinen Gefährten.“
„Schickt dich Lucina?“, fragte Ronny. „Nein, sie weiß noch nicht, das ich wieder bin hier. Früher ,als sie geplant bin ich zurück gekommen aus dem Osten. Ich wollte sie aufsuchen, und hörte sie wäre hier in der Nähe.“ „Das war sie“, sagte Fenrick, „aber sie ist schon wieder fort.“ „Aber ihre Kundschafter sind hier. Die Eulen heute Nacht und nun die Raben“, und er sah schräg nach Oben und dort saß tatsächlich, wie zufällig, ein Rabe und putzte sein Gefieder.    
„Wie steht´ s, möchtest du mit uns frühstücken ?“,fragte Fenrick, der Brot auspackte, während Baugin ein Feuer zum Teebrauen anbrannte . „Vielen Dank, doch nicht nötig ist es“, entgegnete Hutzelmann. Weit ist mein Weg noch zu Lucina.“
Und ehe sie sich versahen ,löste sich das Männchen in Luft auf.
„Nun, dann lasst uns erstmal essen und uns stärken.“ Und das taten sie.
Während des Frühstücks berichtete Ronny von seinem Traum. Bei der Beschreibung jener Kreatur, der er dort begegnet war ,horchten die Freunde auf.
„Du hast ihn gesehen“, sagte Lichtfang ernst. „Wenn es wirklich nur ein Traum war“, knurrte Grauwyn. „Ihn “,fragte Ronny „Den Schattenfürsten“, ergänzte Lichtfang „Aber Grauwyns Einwand ist nicht falsch. Der Schattenfürst besitzt große Macht ,auch die, in einen Geist einzudringen. allerdings bedürfte es dazu einer Verbindung. Eher könnte es sein, das das Elfenwesen in dir erwacht. Dinge aus deinem Unterbewusstsein. Wie dem auch sei, jetzt kennst deinen Feind.“ „Wie soll ich es mit einem so mächtigen Feind aufnehmen können ?“ „Du wirst es wissen, wenn es soweit ist.“
Den Rest des Frühstücks wurde nicht mehr viel geredet. Schließlich wurde alles zusammen gepackt und die Reise ins Ungewisse ging weiter.

Ronny kennt also jetzt seinen Feind ,doch noch stand er ihm noch nicht leibhaftig gegenüber .Gefahren genug gibt es aber auch jetzt.Davon in der nächsten Folge
   

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen